Pflanzenöl statt Diesel

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Zahlreiche LKW´s, Baumaschinen und insbesondere BHKW´s (Blockheizkraftwerke) werden zwischenzeitlich anstatt mit Diesel als Alternative mit Pflanzenöl betrieben. Inzwischen gibt es prinzipiell keinen Zweifel mehr daran, dass Pflanzenöl als Dieselersatz eingesetzt werden kann. Die Anwender müssen dennoch hier eine solide Portion an Kompromissbereitschaft mitbringen und im Einzelfall auch technische Rückschläge akzeptieren.

Neben den Problemen, die bei Neumotoren bzgl. der Gewährleistung auftreten können, sind auch weitere technische Probleme möglich. Meistens kündigen sich diese durch häufige Kraftstofffilterverstopfung, Verklebung und Verblockung von Einspritzdüsen sowie Motorölverdünnung durch Kraftstoff/Pflanzenöl an. Im schlimmsten Fall resultieren daraus kostenintensive Motorschäden. Vieles davon kann aber durchaus verhindert werden.

Es ist wichtig, dass zu allererst gut aufeinander abgestimmte Produkte eingesetzt werden und eine qualifizierte Überwachung des Qualitätszustandes vom Kraftstoff und Motoröl erfolgt. In diesem Fall bleibt ein wesentlich kleineres Restrisiko noch bestehen, welches aber in einem akzeptablen Verhältnis zu den erzielten Ergebnissen steht.

Die häufigsten Problemfelder:

1. Vorzeitige bzw. zu häufige Kraftstofffilterverstopfung

Dieses Problem kommt bei der Verwendung von Pflanzenölen relativ häufig vor. Grund dafür ist u.a. die zu hohe Restverunreinigung im Pflanzenöl. Mindestens ein so großes, wenn nicht sogar ein größeres Problem ist aber eine gewisse Verunreinigung, die im Pflanzenöl während der Lagerdauer entstehen kann! Mit etwas Feuchtigkeit und Sauerstoff fängt das Pflanzenöl nach einer gewissen Lagerdauer buchstäblich an zu „leben“. Durch die Bildung von Bakterien entstehen Rückstände, die Maschinenstörungen und Ausfälle verursachen können.

2. Probleme mit Verstopfung und Ausfall von Einspritzdüsen


Die Rückstände des Pflanzenöls wie vorerwähnt und insbesondere bei hohen Temperaturen sind oft dafür prädestiniert Einspritzdüsen zu verstopfen und/oder durch Ablagerungen weitestgehend in der Funktion zu beeinträchtigen. Motorschäden drohen!

3. Kraftstoffverdünnung im Motoröl


Die meisten Motoröle können einige Prozente Dieselkraftstoff ohne Konsequenzen verkraften. Wenn aber Pflanzenöl zum Motoröl gelangt, verändert sich dabei nicht nur die Viskosität des Öls. Durch eine chemische Reaktion können Veränderungen der schmiertechnischen Eigenschaften im Motoröl entstehen bis hin zur Verseifung bzw. Kristallisierung. Im Extremfall kann dies binnen weniger Betriebsstunden, nach anfänglichem scheinbar problemlosen Lauf, zum Maschinenschaden führen.

Wir empfehlen folgende Maßnahme:


  1. Pflanzenöl-/Kraftstofffilterung, insbesondere unmittelbar vor der Verwendung.
  2. Nebenstromfeinstfilterung vom Motoröl, um so besser die katalytisch und abrasiv wirkende Verunreinigung auszufiltern. Besonders wichtig ist das permanente Ausfiltern von Kondenswasser, weil dadurch die Säurebildung im Motoröl verlangsamt wird.
  3. Verwendung von Motorölen, die für den Pflanzenölbetrieb besser geeignet sind. Das einfache Ausweichen auf Billig-Motoröle und kurze Ölwechselintervalle ist eine schlechte Lösung bzw. ein technologischer Rückschritt.
  4. Kraftstoffanalyse und insbesondere regelmäßige Motorölanalysen mit mobilen Ölanalysegeräten, z.B. KLEENOIL TriboCheck und/oder im öltechnischen Labor.

Zusammenfassung:
Mit zunehmender Verteuerung des Dieselkraftstoffs wird die Anzahl der Anwender steigen, die auf alternative Kraftstoffe ausweichen wollen. Angesichts der Erdölverknappung ist jede Alternative dazu prinzipiell eine sinnvolle. Unterschiedliche Systeme und Kraftstoffe werden zielführend im Wettbewerb stehen, so dass sich nach und nach die technisch besseren Alternativen durchsetzen werden. Unsere Empfehlung für Filterung von Kraftstoff und Motoröl ist auf die Erhöhung der Betriebssicherheit und Kosteneinsparung ausgerichtet.




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